Fachliches
Hintergrundwissen zu Themen, die in der Beratung häufig eine Rolle spielen.
Unsicher, ob Gespräche etwas bringen?
Einigen ist es unangenehm mit Personen zu sprechen, die sie nicht kennen. Eine Studie aus dem Jahr 2021 zeigt jedoch, dass tiefere Gespräche wesentlich bessere Auswirkungen und Ergebnisse haben als gedacht. Teilnehmer dieser Studie empfanden Gespräche mit Fremden als weniger unangenehm und als stärker verbindend sowie glücklicher machend, als sie es zunächst erwartet hatten. [Kardas, M., Kumar, A., Epley, M.(2021). Overly Shallow?: Miscalibrated Expectations Create a Barrier to Deeper Conversation. APA 2021 https://doi.org/10.1037/pspa0000281]
Abgrenzung zur Psychotherapie
Beratung richtet sich an Menschen ohne behandlungsbedürftige Erkrankung.
Beratung bietet einen sicheren und diskreten Rahmen zur Aussprache, Orientierung, Unterstützung, Anleitung und Empowerment. Beratung wird bei keiner Institution des Gesundheitswesens erfasst, ist nicht von Krankenkassen oder Ärzten abhängig und beugt gesellschaftlicher Stigmatisierung vor. Sie ist nach außen anonym und nicht nachverfolgbar. In einem vertrauensvollen Verhältnis kannst Du äußern, was Dich bedrückt und erhältst die Möglichkeit, den Blick auf Dein Leben und Dich selbst sowie problematische Handlungsweisen zu verändern.
Zeigt sich im Beratungsprozess, dass eine weiterführende therapeutische oder ärztliche Behandlung sinnvoll und von Klient:innen gewünscht ist, unterstützen wir bei der Vermittlung.
Stereotype und was sie mit uns machen
Stereotype sind stark vereinfachte Vorstellungen, die wir u.a. von Menschen haben, die einer bestimmten Gruppe angehören. Meist basieren sie NICHT auf eigenen Erfahrungen, die wir mit dieser Gruppe gemacht haben, sondern haben ihren Ursprung in den Äußerungen, Witzen und Verurteilungen der Personen mit denen wir in Kontakt stehen, z.B. Verwandten, Mitschülern, Arbeitskollegen, Freunden, Nachbarn. Wir übernehmen solche meist plakativen, negativen Charakterisierungen, da sie uns helfen, weniger vertraute Erlebnisse schneller einstufen zu können. Ein weiterer Grund ist auch, dass wir uns damit selbst in die Gemeinschaft derer einordnen, die solche stereotypen Bewertungen mit uns teilen. Stereotype - und die damit oft verbundenen Vorurteile - werden so zu einem Teil unserer Selbstdefinition, unserer "sozialen Identität". Stereotype sind verräterisch und sie können dazu führen, selbst Opfer von Stereotypisierungen anderer sozialer Gruppen zu werden.
Zuletzt aktualisiert: 07.09.2026